Was ich in Thailand gesehen, gelernt und erfahren habe

Nun sind wir wieder in Berlin. Das deutsche Winternieselgrau hat uns wieder. Nach einer doch recht langen Reise zu sechst sind wir auch um einige Erkenntnisse reicher. Ein paar davon schreibe ich mal auf:

Samuel kann schwimmen

Sieben Wochen Meer und Swimming Pool schwimmt er ganz ohne Kurs wie ein Fisch im Wasser. Schwimmhilfen braucht er nicht mehr. Er liebt es mit Miri mit Anlauf in den Pool zu springen und Gegenstände vom Poolboden zu holen. Die Schwimmtechnik ist zwar noch entwicklungsfähig, aber trotzdem pflügt er mit ziemlicher Geschwindigkeit durchs Wasser. Und das Wichtigste ist; er hat unglaublichen Spaß dabei.

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Samuels Übungspool in Krabi

Hundeleine – was ist das?

Es gibt viele Hunde in Thailand, Strandhunde, Wachhunde, Strassenhunde, Resorthunde und Schoßhnde. Aber nie habe ich auch nur bei einem einzigen dieser Hunde eine Hundeleine gesehen, ob am Strand oder in Bangkok. Auch die Hunde, die eindeutig zu jemand gehören und ein Halsband tragen, werden nie an der Hundeleine geführt. Meistens liegen die Hunde rum, vor den Läden auf dem Bürgersteig,  am Strassenrand, am Strand oder sie laufen alleine oder kleinen Gruppen umher. Wollen sie über die Strasse, warten sie, bis kein Auto mehr kommt und gehen erst dann. Solange man nicht unbefugt ein Grundstück betritt, sind die Hunde auch sehr friedlich. In Ko Jum haben die Hunde auch die aufdringlichen Affen verscheucht. Ich habe auch nie einen Thai mit einem Hund oder einem anderen Tier schimpfen oder gar schlagen gesehen. Haustiere sind eh sehr beliebt. Auch Katzen und Vögel sieht man viel und es gibt viele Zoohandlungen. Allerdings sieht man auch viele behinderte oder kranke Tiere. Eine Hündin in Krabi hatte einen kompletten Gebärmuttervorfall. So ist das Hundeleben dort frei, aber hart.

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Strandhund in Ko Lanta

Zur Arbeit gehört die Pause und die Familie

In Südthailand gibt es unzählige Familienbetriebe und kleine Selbstständige, vom Tuk Tukfahrer über die vielen Straßenrestaurant bis zum familiengeführten Strandresort. Wenn viel zu tun ist, dann wird emsig gearbeitet, wenn wenig zu tun ist, wird ausgiebig Pause gemacht. In der Hängematte, die auch mal zwischen das Quergestänge des Beiwagens gespannt wird, in bequemen Liegen oder auch in kleinen Bambuspavillons, die vor manchem Laden stehen. So ein Nickerchen in der Öffentlichkeit, kein Problem. Wenn dann ein Kunde kommt, steht man eben auf. Die Kinder sind auch überall dabei. So sind die Geschäfte nicht nur Geschäfte, sondern auch immer Wohnraum für die Familie. Wozu auch oft ein Fernseher gehört, vor dem auch die kleinen Kinder sitzen. Wer denn nun alles zur Familie gehört, ist auf den ersten Blick nicht klar, denn um die Kleinsten kümmern sich alle.

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Bambuspavillon
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Chillen auf thailändisch

Essen, Essen, Essen

Essen gibt es wirklich überall auf den Straßen an vielen kleinen Strassenständen. Die Thailänder essen oft, aber nicht so viel und am liebsten in der Gruppe. Abends gehen thailändische Familien und Freunde in einem Strassenrestaurant essen oder man nimmt sich was vom Strassenstand mit. Gegessen wird, wenn es eine Gelegenheit gibt und nicht unbedingt zu festen Zeiten. Kleine Kinder werden von ihrer Mutter mit den Fingern mit Reis und Fleisch gefüttert, bei jeder Möglichkeit, die sich bietet. Meinen Kindern wurde im Bus oft auch ein bischen Reis und Fleisch angeboten. Samuel hat das immer abgelehnt, während Miri neugierig alles gegessen hatte. Zum Glück hat Miri immer alles vertragen. Sehr lecker sind Wassermelonenshakes und Ananasshakes, von denen wir jeden Tag mehrere getrunken haben.

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Essen am Strassenstand
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Lecker. Ananasshake

Kleine Kinder

Nie, wirklich nie habe ich einen Thai mit einem kleinen Kind schimpfen gehört. Sie sind unglaublich geduldig mit ihren kleinen Kinder und erfüllen ihnen lieber einen Wunsch, als sie lange weinen zu lassen. Oder sie lenken es ab. Trotzdem wirkten die kleinen Thaikinder recht brav und die älteren Kinder helfen ihren Eltern ohne Widerspruch. In Südthailand habe ich auf der Straße keinen einzigen Kinderwagen oder Buggy gesehen. Das würde bei den Wegen auch wenig Sinn machen. Wege werden entweder mit dem Auto, Moped oder Tuk Tuk zurückgelegt. Dabei sind die Kleinsten mit dabei. Teils sitzen bis zu 4 Personen auf einem Moped, das Kleinste ganz vorne vor dem Fahrer. Wenn man nicht fährt, werden die Kleinen auf dem Arm getragen. Tragehilfen habe ich sehr selten gesehen.

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Ann und Kun vom Luboa Hut

 

 

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Bangkok….

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Autos, Autos, Autos
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Ein unablässiger Verkehrsstrom Tag und Nacht

…City of Life, steht auf der betongrauen Hochbahntrasse, die sich durch durch die Stadt zieht, während darunter ein unablässiger Autokonvoi sich bis in die Vorortstraßen wälzt. Der Autor dieser Worte muß einen sehr eigenen Sinn für Humor haben, dachten Timo und ich, während wir es lasen. Verglichen mit Bangkok ist Berlin ein Wellnesskurort. Bangkok ist laut und stickig. Es gibt nur wenige Metrolinien und die Wege dauern sehr lang, denn Stau ist der Normalzustand, auch für Busse und Taxis. Als Fußgängerin fühle ich mich wie ein gejagtes Reh, wenn ich versuche die Straße zu überqueren. Eine grüne Fußgängerampel, von denen es eh nur sehr wenige gibt, bedeutet nicht, daß die Autos wirklich halten. Das Ampelmännchen scheint eher so eine unverbindliche Empfehlung zu sein. Am Anfang wirkte alles unglaublich chaotisch. Nach ein paar Tagen und mit einem guten ÖPNV Plan fand ich allmählich meine Wege durch die Stadt. So haben wir doch einiges entdecken können und die Wege waren nicht mehr so zeitraubend. War ich mit den Kleinen in der Metro unterwegs, standen immer andere Fahrgäste auf, um den Kindern Platz zu machen. Das ist dort üblich und auch wirklich eine Erleichterung, wenn man mit Kindern unterwegs ist. Allerdings haben wir so gut wie keine Kinder in Bankok gesehen, während im übrigen Thailand die Kinder überall präsent sind. Auf jeder beliebigen Straße in Berlin sehe ich in einer Stunde mehr Kinder als in ganz Bangkok in einer Woche. Das war etwas unheimlich, denn wir fragten uns, wo die Kinder sind?

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In der Metro

Ich war auch froh, nicht im Zentrum zu wohnen, denn in Lat Phrao, wo wir gewohnt haben, war es etwas ruhiger und die Luft war besser. Über der City hing an mehreren Tagen eine Dunstglocke. Wir hatten Zimmer in einer Jugendherberge, die eigentlich eher ein Hotel war, mit täglicher Zimmerreinigung, Klimaanlage und Pool auf dem Dach.  So konnten wir uns nach einem Tag im Gewühl der Stadt entspannen.

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Unser Zimmer

Wir waren insgesamt 8 Tage, 7 Nächte in Bangkok und haben dadurch einen etwas tieferen EInblick in den Stadtmoloch bekommen als wenn wir in 2 Tagen nur den touristischen Highlights nachgejagt waren. So schnell werde ich auch nicht noch mal länger in Bangkok bleiben, denn die Stadt ist doch recht anstrengend. Gerne wieder Thailand, aber Bangkok würde ich auslassen, solange die Kinder noch so klein sind.

Im Lumpinipark

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Endlich im Lumpinipark

An den Centralpark soll er erinnern und Spielplätze gibt es dort. Also bin ich mit beiden Kleinen zum Lumpinipark gefahren. Den Weg in die Stadt kennen wir inzwischen gut, so dass unkomplzier ankamen. Ja, und tatsächlich gibt es dort Spielplätze,  die ja sonst in Bangkok eine Rarität sind. Samuel und Miri konnten sich dort austoben. Anschließend sind wir mit einem Tretboot in Schwanenform auf dem See im Park gefahren und haben Fische gefüttert. Direkt bei Bootsverleih konnten wir qietschebuntes Fischfutter kaufen. Das hat den Kindern Spaß  gemacht, zu sehen, wie mit einem Haps das Futter im Fischmaul verschwand.

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Die Skyline von Bangkok beim Tretboot fahren

Beim Rückweg nach Lat Phrao, wo wir wohnen, nahm ich eine andere Strecke. Ich lief mit den Kindern zu einem Klong. Dort gab es eine Bootsstation, die an einen U-Bahnsteig erinnerte. Das Boot fuhr ein, wir und mit uns viele andere kletterten ins Boot und dann fuhr es in atemberaubender Geschwindigkeit weiter. Kurze Zeit später waren wir schon am Ziel. Jetzt musste ich nur noch ein paar Stationen mit der Metro fahren und dann ein Taxi zurück ins Hostel nehmen. Der erste Taxifahrer, den ich anhielt, kannte die Adresse nicht. Der Nächste wollte 250 Baht für die Strecke. „Achtzig Baht normally, use the taximeter“ sagte ich. Manche Taxifahrer verlangen überhöhte Preise und wollen ohne Taximeter fahren. Nachdem er den Taximeter angestellt hatte, stiegen wir ein und waren 20 Minuten später in unserem Hostel.

Über den Dächern und auf den Straßen von Bangkok

In Bangkok sei es furchtbar heiß und drückend, kaum auszuhalten,  hörte und las ich überall.  Nun sind wir in Bangkok und haben hier zum ersten Mal seit fast 7 Wochen gefroren. Das Wasser des wunderbaren Swimmingpools auf dem Dach des Hostels ist jetzt so kühl, dass  Miri lieber am als im Wasser spielt.

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Über den Dächern von Bangkok

Aber die „Kältewelle“ ist vorbei und morgen wird es wohl wieder richtig heiß. Die kühlen Tage haben wir für das Touristenprogramm genutzt. Montag war ich mit Samuel bei nur 20 Grad Höchsttemperatur im Königspalast und es fiel uns dadurch gar nicht schwer, den Kleidervorschriften zu genügen, die bedeckte Arme und Beine verlangen.  Den Weg dorthin zu finden war nicht leicht. Unser Hostel ist 15 Kilometer entfernt und die Metro ist 6 km entfernt. Also sind wir erst mit dem Taxi zu Metro, dann bis zur Endstation gefahren und von dort noch ein paar Kilometer gelaufen.  Samuel hat das alles gut mitgemacht. Unser Weg führte zns durch Chinatown. Dort sah Samuel ein paar Männer vor einer Werkstatt ein kleines Feuerchen in einer Blechbüchse machen. Sie wärmten sich dort die Hände. Samuel wurde natürlich magisch von dem Feuer angezogen. Die Männer gaben ihm die Holzstückchen zum Verfeuern. Und so wollte Samuel nicht eher weg, als bis alles Holz verfeuert war. Die Männer waren von dem kleinen Rothaarigen ganz angetan, der sich so selbstverständlich zu ihnen hockte und mussten ihm immer wieder über die Strasse streichen. Ich wartete derweil mehr oder minder geduldig, weil ich sah, dass  das kleine Feuerchen ihm wahrscheinlich genauso wichtig war wie der Besuch im Königspalast.

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Drei Chinesen mit dem Feuertopf saßen auf der Straße und erzählten sich was, da kam der Samuel, ja was ist denn das…
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Samuels Neuerwerbung in Chinatown
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Soviel Gold überall

In den Königspalast kamen wir gerade noch so rein, denn schon um halb vier nachmittags wird niemand mmehr eingelassen. Es hat sich aber gelohnt, herzukommen, denn  die prächtigen Bauwerke sind sehr beeindruckend. Der Rückweg hat fast drei Stunden gedauert, denn ich musste  mich orientieren, was in dieser Riesenstadt nicht einfach ist. Anhand von Google Maps konnte ich zwar meine Position bestimmen, aber die Orientierung mit dem kleinen Handybildschirm war sehr nervig. Routen hat auch nicht funktioniert. In einer Buchhandlung habe ich mir einen Stadtplan mit allen Bus- und Metrolinien geholt. Damit hatte ich endlich einen Überblick und fand dadurch eine Buslinie, die zur Metro fuhr.  Von dort ging es zur Metrostation Lat Phrao und von dort nahm ich mir ein Taxi. Dann waren wir endlich zu Hause.

Am nächsten Tag war ich mit Timo und Julika unterwegs. Erst in der Kao San Road, der Touristenmeile in Bangkok. Da reiht sich ein Kleidershop mit dem üblichen Angebot an den nächsten und Massen an Touristen schoben sich durch die Straßen.  Julika wollte unbedingt Henna kaufen, was es wohl nur in Little India geben sollte. Also dahin. Auf dem Weg dorthin kamen wir am What Phrao vorbei. Da noch geöffnet war, gingen wir hinein. Es waren viel weniger Menschen dort als beim Königspalast, was ich sehr angenehm fand. Der riesige goldene liegende Buddha ist sehr beeindrucken, aber auch die vielen filigranen Türme und Gebäude. Wir blieben dort, bis die Sonne unterging.

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Mit Timo und Julika vor dem liegenden Buddha
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Dieser Leihrock gefiel Julika sehr

Von einem Tuk Tuk ließen wir uns nach Little India bringen.  Doch die meisten Geschäfte hatten schon zu und Julika bekam ihr Henna wieder nicht. Der Heimweg dauerte diesmal nur gut 90 Minuten, denn ich kannt mich schon etwas aus.

Heute ist Marko mit Samuel losgezogen, Julika ist erneut auf Hennasuche gegangen und ich bin mit Miri im Hostel geblieben. Ich brauchte mal einen Ruhetag. Hier in der Nähe ist ein kleiner Indoorspielplatz, da bin ich mit Miri hingegangen. Miri hat darüber total gefreut und stundenlang zufrieden gespielt. Sie hat ja schon so lange nicht mehr mit klassischen Spielsachen gespielt, dass sie das sehr genossen hat.

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Endlich wieder rutschen. Miri konnte nicht genug davon bekommen.

Abschied von Krabi

Morgen geht es früh mit dem Flugzeugnach Bangkok, der letzten Station unserer Reise. Gestern sind wir noch mal zusammen  an den Phra Nang Strand gefahren, und haben Abschied vom Meer genommen. Samuel war begeistert von den vielen Höhlen, die die Karstfelswn der Halbinsel durchziehen. Er kletterte mit Miri jeden Weg lang, den er finden konnte. Im Meer konnten wir leider kaum baden, denn es waren so viele Pieksies, wie wir die Nesseln, die unsichtbar im Wasser treiben, nennen, im Meer, dass es keine Freude machte. Die Kinder flüchteten nach kurzer Zeit aus dem Wasser. So fiel uns der Abschied vom Meer nicht schwer. Ich habe auch noch nie soviele Stiche im Meer gehabt wie in Thailand. Am Strand lagen ein paar Restaurantlongtailboote, bei denen wir uns unser Mittagessen besorgten. 

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Miri und Samuel in der Höhle unterwegs
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Die Restaurantboote von Phra Nang

Heute haben wir einfach nur einen entspannten Tag am Pool verbracht, mit einem Abstecher zu Samstagmarkt, um einnpar Leckereien zu besorgen. Die Märkte in Thailand liebe ich, soviele verschiedene Gerichte, alles in kleinen Portionen und günstig, so dass ich einiges probieren kann. Schade, dass  es solch eine Vielfalt nicht in Deutschland auf dem Markt gibt.

Mit Miri allein unterwegs

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Auf geht’s

Thailand schönster Strand, so ist die Beschreibung in vielen Reiseführern über die Bucht von Phra Nang. Da wollte ich heute mit Miri hinfahren.  Da der nächste Transfer vom Resort in die Stadt erst in 2 Stunden gehen sollte, band ich mir Miri im Mei Tai auf den Rücken und lief los.  Miri freute sich, denn sie  liebt es getragen zu werden. Unterwegs sah ich eine Straße,  die am Rand und auf dem Mittelstreifen mit Sonnenblumen bepflanzt war. Das hatte ich in Thailand noch gesehen. Neugierig bog ich in die Straße ein und gelangte zu einem riesigen Hotelkomplex , der fast menschenleer schien. Ich lief durch einen grossen sehr gepflegten tropischen Garten ohne jemanden zu begegnen.  In einem Swimmingpool paddelten müde 2 Frauen.  Das waren die einzigen Menschen, die ich auf dem riesigen Areal gesehen hatte. Ich wunderte mich darüber sehr, denn normalerweise laufen in einem Hotel dieser Grösse überall Gäste und Hotelangestellte herum.

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Miri hielt derweil auf meinem Rücken ihren Mittagsschlaf und ich lief zurück in Richtung Hafen. Am Hafen mussten wir eine Weeile warten,  bis genug Passagiere  für das Longtailboot zusammengekommen waren.  Die Überfahrt zum Railay East Beach dauerte ca 40 Minuten und kostete 150 Baht. Miri, die inzwischen wach war, beschwerte sich, dass ich nichts zum Knabbern dabei hatte. Am Railey East angekommen, kaufte ich erst mal was zum Knabbern. Der Railey East Beach ist eher eine Mangroven Küste als ein Strand und so liefen wir rüber zum Railey West Beach, der auf der gegenüberliegenden Seite der Halbinsel ist. Die Halbinsel ist inzwischen stark bebaut, so dass der Weg eine schmale Gasse zwischen den Mauern der Resorts ist. Railey Weat ist ein hübscher Strand, seitlich von Felsen gesäumt. Hier blieb ich erst Mal eine Weile mit Miri. Wir badeten in dem von den vielen Longtailbooten aufgewühlten Wasser.

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Am Railey West Beach

Das permanente Knattern der Boote liess uns nach einer Weile weiterziehen. Ich wollte noch zum Phra Nang Strand. Dazu mussten wir erst zurück zum Railey East. Dort führte ein Weg zur Phr Nang Bay. Und was für ein Weg. Rechts war ein hoher Zaun von einem Luxushotel, auf dem sich zu Miris Freude jede Menge Affen tummelten. Links türmte sich eine riesige Felswand auf, in der es unzählige Höhlen und Felsspalten gab, durch die wir immer mal einen Abstecher machten. Manche Felsnasen ragten hängend in den Weg hinein.

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Von der Affenmama und ihrem Baby konnten wir uns kaum trennen
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Miri hatte Angst, irgendwo könnten noch Piraten in den Höhlen sein
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Am Strand von Phra Nang

So erreichten wir die Bucht, die wirklich sehr schön ist. Ob dies nun wirklich der schönste Strand von Thailand ist, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall ist er sehenswert. Er wird von schroffen Karstfelsen eingerahmt und das Wasser ist herrlich klar und frisch. Hier blieben wir, bis es Zeit war zu gehen. Um 6 Uhr wollte der Longtailbootfahrer uns zurückfahren. Am Pier von Railey East sagte ein anderer Fahrer zum mir, der Bootsführer wäre schon weg, aber 18.30 geht noch ein Boot. Hm. Da ist es ja scon fast dunkel und die Flut kam gerade mit ziemlicher Wucht. Aber hier kam ich nur mit dem  Boot zurück. Ich nutzte die Wartezeit, um uns noch ein paar Frühlingsrollen für die Rückfahrt zu holen, denn wir hatten Hunger.

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Ein bißchen Eis muss sein – im Hintergrund lacht der Bootsführer, mit dem wir zurückgefahren sind.
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Railey East bei Flut

Am Pier zurück warteten noch einige andere Menschen auf die Rückfahrt. Der schwimmende Steg, der zu den Longtailbooten führte, schwankte durch den starken Wellengang bedenklich auf und ab. Ich zog Miri die Schwimmweste an bevor wir auf den Steg gingen und hielt sie fest an der Hand. „Stormy today,“ sagte ich zu dem Bootsführer.  „Not so much,“ meinte er lachend. Zum Glück ging es gleich los. Der Wellengang war so heftig, dass  uns die Gicht ins Gesicht spritzte und das Boot manchmal hochgehoben und klatschend wieder auf dem Meer landete. Miri beschwerte sich über das Salz, das in ihren Augen brannte. Ich drehte sie mit dem Gesicht zu mir und trotz der wilden See schlief sie ein. Als wir wieder in Krabi ankamen, war es schon völlig dunkel. Ich war froh wieder an Land zu gehen.  Am Hafen ist ein Nachtmarkt, an dem wir noch leckeren Reis mit Gemüse gegessen haben. Wir haben noch den 20 Uhr Transfer zu unserem Resort geschafft und sanken kurz danach müde in unser Bett. Miri schlief gleich wieder ein..

In und um Krabi

Wie in Ko Lanta wollten wir uns auch hier ein  Fahrrad mieten, für Ausflüge und um den alltäglichen Einkauf erledigen zu können. Ich bin gleich am Tag nach unserer Ankunft mit dem resorteigenen Minibus in die Stadt gefahren. Siebenmal am Tag wir ein kostenloser Transfer in die Stadt angeboten. Zurück wollte ich mit dem Fahrrad fahren. Aber leider fand ich keine Mieträder, soviel ich auch fragte und so sehr ich auch suchte.  Das ist schade und auch ärgerlich, denn Krabi wirbt auf der ITB, der Touristenmesse mit dem Slogan „Krabi goes green“ und mit Bildern von Räder. An ihrem Stand hatten sie auf dem Boden Fahrradwege aufgemalt. Tja, von „Krabi goes green“sehe ich hier nichts. In Ao Nang, so erfuhr ich, könnte ich ein Fahrrad mieten. Ao Nang ist leider 15 km entfernt. Trotzdem habe ich dem Ausflug nach Krabi genossen. Ich bin durch abgelegene Strassen  bis zu unserem Resort gelaufen.

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Was leer steht, bleibt sich selbst überlassen und wird allmählich überwuchert

Vor dem Tesco, dem größten Supermarkt der Stadt, traf ich Marko mit den 2 Kleinen. Nach dem obligatorischem Eis ging Miri mit mir zurück. Auf dem Rückweg rief Timo mich an, der auch gerade unterwegs war. Wir trafen uns kurz danach und gingen zum Nachtmarkt von Paknem Muang, der Samstag schräg gegenüber von unserem Resort stattfand. Dort gab es unglaublich viele Leckereien. Wir aßen erst einmal eine Gemüsesuppe, dann füllte ich meine Taschen mit Ananas, Mangos, gekochten Kürbis, Mais, und Süßkartoffeln mit geraspeltem Kokos. Fürs Abendessen war also gesorgt. Den restlichen Tag haben wir entspannt am Pool verbracht.

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Miri spielt mit einem thailändischen Mädchen am Pool
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Noch ein Eis, bitte.

Am Sonntag habe ich mit den beiden Kleinen einen Ausflug gemacht, während Marko und Timo mit einem gemieteten Moped in die Stadt gefahren sind. Ich wollte mit den Kindern zum Nopparat Thara Strand. Wir setzten uns in einen Minibus, der dorthin fahren sollte. Leider der der Bus erstmal in die Stadt und lud dabei den Buß dabei so vol mit Fahrgästen  dass wir bald eingequetscht wie in einer Sardinenbüchse saßen.  Miri saß auf meinem Schoß und Samuel daneben hatte kaum Platz. Ihm wurde übel und so war ich froh, als wir endlich am Nopparat Thara Strand ankamen. Zum Glück war dort ein kleiner Park mit Palmen und Pinien am Strand, wo sich Samuel  erstmal hinlegen und ausruhen konnte. In dem Park waren viele Thailänder am picknicken oder Ballspielen. Wenige Meter hinter uns rotzte alle paar Minuten jemand laut. Ich wartete, bis es Samuel etwas besser ging, dann schlug ich vor, dass wir uns einen schöneren Platz suchen. Am Straßenstand holten wir uns jeder ein leckeres Melonenshake.  Das kühle Shake steigerte Samuels Wohlbefinden schlagartig. Wir fanden bald eine nette Stelle am Strand, wo wir unsere Sachen ausbreiteten. Der Strand ist schmal und von unzähligen kleinen Muscheln bedeckt. Er ist recht leer. Es sind fast nur Thais dort. Direkt hinter dem Strand verläuft eine Strasse und wir hörten die vorbeifahrenden Autos. Naja, nicht so doll.  Wir verbrachten trotzdem ein paar schöne Stunden mit schwimmen und Burgenbauen.

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Der Nopparat Thara Strand

Danach lief ich mit den Kindern zum nächsten Strand, dem Ao Nang Beach. Nur ein kurzer Weg trennt den Nopparat Thara Beach vom Ao Nang Beach, aber man betritt eine ganz andere Welt. Ein Geschäft rwiht sich ans nächste, Menschenmassen ziehen durch die Strassen, ich werde andauernd angequatscht, ob ich etwas kaufen,etwas essen oder irgendwohin fahrem wolle. Der Strand ist schmal und voll, aber sauber. Die Kulisse ist allerdings grandios. Riesige Karstfelsen rahmen den Strand ein. Ich habe mit den Kindern in einem Restaurant zu Abend gegessen. Nun wollten wir alle nach Hause. Ich überlegte ein Taxi zu nehmen, damit Samuel die Fahrt gut schafft. Das hätte aber 500 Baht gekostet. Da sah ich einen fast leeren Minibus, der nach Krabi fuhr. Ich vergewisserte mich, dass der Fahrer direkt nach Krabi fuhr und stieg mit den Kindern ein. In Krabi angekommen hatten wir noch eine Stunde bis zum Transfer zurück ins Resort. Also schauten wir uns auch dort noch mal den Nachtmarkt an, bis der Wagen kam.  

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Eis essen am Ao Nang
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Samuel auf dem Nachtmarkt

Im Diamond Home Resort

Heute ging es also wieder nach Krabi. Die Fahrt war diesmal recht entspannt, denn alle hatten ihre Sachen rechtzeitig gepackt und wir konnten pünktlich los. Wir wurden von Hans Bungalows abgeholt und zum Pier gebracht. Bei einem Fährticket ist auch der Transfer von der Unterkunft zur Fähre inbegriffen,  was sehr bequem ist. In der Fähre war es heiß und stickig, aber zum Glück wurde keinem der Kinder übel. Nach einer Stunde fuhren wir an Ko Jum vorbei und da kamen fast sowas wie Heimatgefühle bei uns hoch. „Ich will Kun sehen,“ rief Miri. Und ..“Schau mal die Schwimminsel.“…“ich kann die Terrasse vom Restaurant sehen“…“da sind Leute am Strand“….““das war schon schön da,“  riefen die anderen.

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Auf der Fähre

Ko Jum zog an uns vorbei und nach insgesamt 2 1/2 Stunden erreichten wir den Hafen von Krabi. Wir wurden dort vom Fahrer des Diamond Home Resort erwartet, der uns dorthin bringen wollte. Aber erst mal verabschiedeten wir uns von Julika, die nach Bangkok backpacken wollte.  Sie will sich noch die Nationalparks anschauen, während wir anderen in Krabi bleiben und hier die Umgebung erkunden. Mit kleinen Kindern ist häufiger Ortswechsel anstrengend,  also nehmen wir Krabi als Basis. Wir treffen uns in Bangkok in 9 Tagen wieder.

Der Fahrer brachte uns zum  Diamond Home Resort,  wo wir drei einfache aber saubere Zimmer bezogen. Wir waren vor 5 Wochen auch hier und es hat uns gefallen. Besonders schön ist der große Pool, den die Kleinen heute gleich ausgiebig genutzt haben. Zu dem Preis, wir zahlen ca. 10 € pro Nacht und Zimmer ist wirklich selten ein Pool dabei, aber ein Pool ist beim Reisen mit kleinen Kindern fast ein Muss, wenn das Meer weiter weg ist.  So können sie sich nach einer langen Reise erst mal austoben. Leider haben unsere Zimmer keine Klimaanlage, aber einen Ventilator. Heute abend hat es ein wenig geregnet und ich hoffe,  es wird nachts nicht zu heiß.  Miri jedenfalls schläft schon tief und fest.

Letzter Tag auf Ko Lanta

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Es geht weiter

Morgen geht es wieder mit der Fähre nach Krabi. „Jetzt fahren wir bald nach Hause.“ sagte Marko bei einem Strandpaziergang. „Wir sind noch über 2 Wochen in Thailand, viele sind nur für 2 Wochen in Thailand,“ meine ich. Aber es stimmt, ich beschäftige mich gedanklich auch schon mehr mit zu Hause. Bei fast 8 Wochen neigt sich die Reise in den letzten Wochen ihrem Ende zu. Miri redet immer mehr von zu Hause. Samuel erzählte mir heute früh, dass  er vom Kinderladen geträumt hat. „Und, wie war das?“ frage ich ihn. „Schön war das.“ „Mit wem hast Du gespielt?“ „Mit allen!“  sagt Samuel.

Der Strand ist hier wirklich fantastisch für die Kinder und sie waren sehr viel im Wasser. Keine Steine, die stören und ganz flach. Außerdem konnten wir jederzeit schwimmen, auch bei Ebbe. Die Kinder haben jeden Tag von den Mitarbeitern des Restaurants hier ein Eis geschenkt bekommen und haben einige Worte thailändisch und englisch gelernt. Leider gibt es hier auch viele Mücken wegen der Brackwassertümpel. Wenn jemand mal wieder hier seinen Müll verbrennt, ist die ganze Luft am Bungalow verqualmt. Das trübt die schöne Zeit hier zeitweise. Ist eben Thailand und nicht Deutschland.

Die Kinder laufen nach der langen Zeit hier ziemlich selbstständig herum. Auch wenn der Strand sehr lang, so ist die Zahl der Besucher nocht recht überschaubar, was ich sehr angenehm finde.  Aus  leeren Wasserflaschen hat Marko mit den Kindern ein Boot gebaut. Es ist auch wirklich geschwommen und war natürlich ein totaler Hingucker am Strand.

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Mit dem Flaschenboot in den Wellen
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Der Größte und die Kleinste
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Malen kann man auch am Strand

Heute gab es nach wochenlanger Trockenzeit noch mal einen richtigen tropischen Regenguss.  Alles ist matschig  und nass und auf den Straßen stehen grosse Pfützen. So fällt der Abschied leichter. Jetzt hole ich noch von einem Strassenrestaurant einen ganze Tasche mit leckeren Essen, denn der Kühlschrank ist schon leer und die Mägen auch.

Eis und Torte

Ich plansche mit den Kleinen im Meer. „Samuel, möchtest Du mal Kinder haben?“frage ich ihn. „Natürlich!“antwortet er.“Und wieviele?“ frage ich weiter. „Vier“ sagt er. Jetzt frage ich Miri, ob sie Kinder haben will. „Jaaa!“ „Und wieviele?“ „Acht!“sagt Miri. „Boah, Miri, da musst Du aber viel einkaufen.“staunt Samuel.  Dann kichert er und meint: „Miri würde für die Kinder bestimmt nur Eis und Torte und Gummibärchen und Schokolade kaufen.“  Die Beiden freuen sich so darüber, daß sie erst mal ordentlich mit Wasser spritzen.

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